reflections

27.06.2008 – Die Ärzte in Braunschweig

Vor diesem Konzert überlegten Ginny und ich laaaange hin und her, wie wir aus Braunschweig zurück kommen sollten. Mit einigem Murren akzeptierten wir dann, dass wir wohl mit dem Zug fahren würden. Dies bedeutete, dass wir das Konzert früher verlassen mussten. Aber besser als gar nichts!, sagten wir uns immer wieder. Dass es dann trotzdem wieder soooo toll werden würde, hätte ich nicht gedacht, aber dazu später!

Am Vortag fuhr ich bereits per Zug nach Höxter, wo ich dann mit einiger Verspätung auch ankam. Den Abend verbrachten Ginny und ich ganz ruhig, indem wir das Halbfinale Spanien gegen Russland guckten und relativ früh schlafen gingen. Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen. Wir machten uns fertig und wurden zum Bahnhof nach Holzminden gebracht. Das hatte den Vorteil, dass wir in Niedersachsen starten würden und somit das Niedersachsenticket benutzen konnten. Ingesamt 13,50 Euro zahlte jede für uns für alle Wege, die wir an diesem Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegten, worüber man sich echt nicht beschweren kann. Dabei hatten wir auch Glück und erwischten immer einen Sitzplatz, wobei die Züge auf der Hinfahrt beinahe vollgestopft mit Leuten vom Bund waren. Gegen viertel nach zwei kamen wir schließlich an der Volkswagen Halle an, eine mit dem Jägermeister Motiv beklebte S-Bahn hatte uns dort hingebracht.

Überrascht stellten wir fest, dass es echt noch ziemlich leer war! Wir hatten eigentlich gedacht, dass mit der ersten Reihe in Braunschweig nicht realisieren zu können, aber da hatten wir uns wohl getäuscht ;-). Natürlich waren die Schleusen alle schon besetzt, die Metallwände dazwischen allerdings nicht, was mich sehr wunderte. Wenn man in die erste Reihe will, setzt man sich doch da hin, oder? Denn dann hat man den Platz fast sicher. Aber nein, die Fans saßen alle ein paar Meter davor. Also gingen Ginny und ich dreist zu so einem Platz und sofort kam mir ein „Nächstes Mal setze ich mich auch einfach nach vorne!“ zu Ohren. Na Mädel, dann mach es doch! ;-) In der Schleuse rechts von uns saß Anja, die wir bereits beim Warten in Bielefeld drei Wochen zuvor kennen gelernt hatten. Wir unterhielten uns fast die ganze Wartezeit lang und kamen auch mit den anderen Mädels, die bei uns saßen, gut ins Gespräch. Bei der Halle war eine große Box aufgebaut und es wurde immer und immer wieder eine CD gespielt. Ich kannte darauf nur „Bettina“ von Fettes Brot und einen Song von Danko Jones. Immer wenn dann wieder „Bettina“ lief, wusste man, dass schon einiges an Zeit vergangen war. Ginny und ich bekamen den Song übrigens vier Mal zu hören ;-). Zwischendurch durften wir schon in die Halle, wenn wir auf Toilette wollte. Ich wollte die Chance nutzen, um schon mal ein bisschen zu gucken, wo man nachher herlaufen muss. Allerdings war die Halle so verbaut, dass ich absolut keinen Weg ausmachen konnte! Draußen vertrieben wir uns die Zeit auch damit, unsere Jacken immer wieder an- und auszuziehen, da es abwechselnd total windig und kalt und total sonnig und warm war. Der Wind war aber echt heftig, sodass neben uns so ein Metallding von der Absperrung umgefallen ist, was einen lauten Krach gab und uns einen halben Herzinfarkt bescherte. Ich hatte mir vorher in Höxter eine Bildzeitung gekauft (die hat den Vorteil, dass man sich beim Lesen nicht konzentrieren muss^^), allerdings war das Lesen dank des Windes fast unmöglich. Irgendwann flog sie mir dann auch weg *grummel*. Um kurz vor halb sieben war Einlass und ich war die zweite in unserer Schleuse. Nachdem ich abgetastet worden war, lief ich in die Halle, hatte aber keinen Plan, wo lang. Überall waren Merchandising- und Essensstände und die Leute, die dort arbeiteten, feuerten mich alle mit „Schneller!!“ an. Ich rief nur lachend „Ich weiß nicht, wo ich hin muss“ und sie riefen mir ein „Liiinks!!“ zu. Ich lief links und an der passenden Stelle brüllten sie mir „Und jetzt rechts!!“ nach *g*. Lachend folgte ich den Anweisungen und gelangte dann tatsächlich in die Halle, wo ich meinen Augen nicht traute – es standen sage und schreibe zwei Leute in der Mitte der ersten Reihe, der Rest der Halle war LEER. Eigentlich hatten Ginny und ich gedacht, uns mehr an die Seite zu stellen, damit wir nachher besser rauskommen würden. Aber das konnte ich jetzt einfach nicht übers Herz bringen, mich da nach außen zu stellen, wenn die besten Plätze alle frei waren. Also sauste ich in die erste Reihe und zwar so, dass wir nachher zwischen Farin und Bela stehen würden, allerdings näher zu Farin.

Einen Moment stand ich da fassungslos, dann wurde mir klar, dass ich Ginny freihalten musste. Also machte ich mich ganz fett und wenig später landete sie neben mir. Wir setzten uns hin und ich kam mit dem Mädel neben mir ins Gespräch, sie hieß Katharina und kam aus Hamburg. War echt lustig mit ihr und die Zeit ging auch ganz gut um. Allerdings stellten wir uns schon vor der Vorband wieder hin, weil wir einfach nicht mehr sitzen konnten ;-). Um kurz vor acht kam Bela auf die Bühne und sagte „Panteón Rococó“ an. Die Band spielte so eine Art Ska mit Punk gemischt und mir gefiel sie auch ganz gut, wobei ich „Muff Potter“ noch besser fand. Zwischendurch kam Rod auf die Bühne und spielte bei einem Song den Bass mit, außerdem sahen Bela und Farin sich das Konzert vom Bühnenrand aus an. Nach gut einer halben Stunde verließen „Panteón Rococó“ die Bühne wieder.

Nachdem sie verschwunden waren, begann die übliche Prozedur: Bühne umbauen, Vorhang runterlassen und wie immer auch Crewmitglieder auf das Lichtergerüst klettern lassen. Sie bekamen natürlich den gewohnten Applaus und die Vorfreude auf das Kommende stieg. Katharina und mir war das Warten zu langweilig und als es noch fünf Minuten vor acht Uhr waren, begannen wir, einen Countdown runterzuzählen. Wir begannen bei 300 und ernteten schon etwas seltsame Blicke von den Securitys vor uns *g*. Als aber schon vor Ende des Countdowns die Lichter ausgingen und das Intro begann, beschwerte ich mich lautstark, dass die doch gefälligst warten sollten, bis wir mit Zählen fertig waren. Aber nein, auf uns hörte ja keiner. Also lief das Intro, die Leute jubelten und der Gänsehaut-Opener „Himmelblau“ begann. Also, mal unter uns, da hatte ich auch nichts gegen . Einfach ein unglaublich toller Song, bei dem sich jedes Mal ein riesiges Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitet. Dieses Mal ist mir auch aufgefallen, dass man am Licht erkennen kann, wann der Vorhang fällt. Denn vorher leuchtet die ganze Halle blau und einen Moment, bevor der Vorhang dann fällt, wird es dunkel. So geschah es auf jeden Fall und begleitet von lautem Jubeln standen auf einmal Bela, Farin und Rod vor uns. Ginny und ich standen schräg vor Farin und ich freute mir einen Ast ab – das war einfach nur genial!! Immerhin war es für mich ja schon anderthalb Jahre her, dass ich das letzte Mal vorm Farin in der ersten Reihe gestanden hatte. Und da ich in Bielefeld schlapp gemacht hatte, wurde es hier auch mal wieder Zeit =). Ich finde es irgendwie immer total toll, wenn man mit den Künstlern auf der Bühne auch mal Augenkontakt hat und dafür waren unsere Plätze wie geschaffen. Ich weiß nicht, irgendwie finde ich es gut, wenn die Leute da auch mal uns sehen und nicht immer nur umgekehrt. Und wenn es nur für ein paar Momente ist.
Es ging weiter im Takt mit „Lied vom Scheitern“ und „Ein Sommer nur für mich“, die Setlist war also die gleiche wie ca. drei Wochen zuvor in Bielefeld. Besonders über „Ein Sommer nur für mich“ freute ich mich mal wieder. Danach wurden wir begrüßt und Farin fragte, wer zum ersten Mal bei einem Ärzte Konzert sei, woraufhin sich viele Leute meldeten. Darauf wollte Rod wissen, ob diese Leute denn die Regeln eines DÄ Konzert kennen würden, was Farin als Anlass nahm, diese Regeln gleich mal festzulegen. Regel Nummer Eins war die „Heeeeyeeeyeehaaa!“ - Regel und Regel Nummer Zwei war nur eine abgewandelte Version von ersterer. Ebenso war es mit Nummer Drei, wobei der Gröhlgesang schon leicht absurd wurde. Nummer Vier lautete nach Rod in einem sehr strengen Ton: „Denn Anforderungen und Anweisungen der Band ist Folge zu leisten!“. Bela brachte es aber dann auf Punkt mit seiner persönlichen Regel Nummer Fünf: „Haltet’s Maul und spielt!“. Rod dachte aber nicht daran und quatschte weiter: „Regel Nummer Sechs: Falls euch die Regel nicht passt, siehe Regel Nummer Eins!“ Farin hatte jetzt schon für ungewöhnlich lange Zeit die Klappe gehalten (das waren mindestens dreißig Sekunden gewesen!) und musste folglich seine nächste Ladung Hirnschwund loswerden: „Regel Nummer Sieben: Ihr kennt die Texte!“ Dabei gab er uns aber auch Tipps, wie wir Textunkenntnisse vertuschen könnten. Diese Niveau konnte aber nicht beibehalten werden und so stellte Farin die nächste Regel fest: „Regel Nummer Acht: Ficken!“ Das Publikum erwiderte den Sprechgesang natürlich und Farin stellte einerseits begeistert und andererseits ungläubig fest, dass die Band erst zehn Minuten auf der Bühne stünde und bereits jetzt fünftausend Leute „Ficken!“ schreien würden. Jaja… so ist das halt auf einem DÄ Konzert und es wird sich wohl auch nie ändern *g*. Gleiches gilt für die berühmten Laolas und wir begannen sofort mit einer klassischen. Danach folgte eine „Lateinische-Rechtsgrundsatz-Laola“ und die ging wie folgt: Der Satz „In dubio pro reo“ (für die Nicht-Lateiner: Im Zweifel für den Angeklagten ) wurde in sechs Teile aufgesplittet und jedem Publikumsteil eine Silbe zugeordnet. Wir im Innenraum waren „reo“, allerdings kamen wir nicht zum Einsatz, da die Laola bereits bei „bio“ nicht mehr zu hören beziehungsweise zu sehen war. Farin meckerte und Bela erklärte es damit, dass das Publikum in Bela und Farin Fans geteilt sei. Dafür stellte er sich zu Farin und teilte das Publikum, wobei er per Hand genau zwischen Ginny und mir trennte *grummel*. Ginny gehörte noch zu den Superhirn Fans von Farin und ich gehörte zu der Seite mit Belas Fans, die nur Bier und Ficken im Kopf hatten. Aaaahh ja, okay^^. Das erklärte natürlich alles. Sogleich wurde die Laola in „In dubio Pommes“ umgeändert, aber auf einen erneuten Versuch wurde dann doch verzichtet.

Stattdessen gab es zur Abwechslung doch noch ein Liedchen und zwar „Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas“, gefolgt von „Blumen“. Danach flog ein Stoffsteak auf die Bühne, was von Bela und Farin interessiert betrachtet wurde. Vor dem nächsten Song wurde uns erklärt, dass Bela die Welt retten wollte und man bei dem ersten Buchstaben des Alphabetes beginnen würde, dem „W“. Bela erklärte, dass eine Tierart, die sehr bedroht sei, die Wahlen seien. Nach diesem schlechten Witz spielte Farin einen Tusch auf seiner Gitarre. Nicht schön, aber selten. Es gab dann indessen doch nur „Rettet die WALE“ . Gefolgt von einem Song, bei dem ich mich jedes Mal wie ein Honigkuchenpferd freue: „Ein Mann“. Hach, ich liebe es! Vor dem folgenden „Vokuhila“ stellte sich Farin von uns aus gesehen ganz weit links an die Bühne und Rod ganz weit rechts. Dann begannen sie immer abwechselnd kurze Melodien zu spielen und das hörte sich schon echt cool an, immer so abwechselnd nur Bass und Gitarre. Schließlich spielte Rod doch das Intro und los ging es mit dem Song. Neben mir hatte Katharina ihren Zopf geöffnet und headbangte die ganze Zeit mit ihrer langen Blonden Mähne (damit man nicht sah, dass sie nicht mitsingen konnte bei diesem Lied *g*). Ich konnte mich dann leider nicht so gut an dem Song beteiligen, da ich damit beschäftigt war, ihre Haare aus meinem Mund zu puhlen. Na ja. Als das Lied zu Ende war, machte sie sich Gott sei Dank wieder einen Zopf *g*.
Dann begann etwas, das sich durch den ganzen Abend zog: Die Ärzte entdeckten Gelbchen *g*. Gelbchen hieß Gelbchen, weil er ein gelbes T-Shirt anhatte. Er war ganz hinten auf einer Tribüne und hatte gesessen, wofür er von den Ärzten ausgeschimpft wurde. Das Publikum stimmte dann noch ab, ob wir ihn Gelbchen oder Kanarienvogel nennen sollten und es wurde für Gelbchen gestimmt, womit das Maskottchen des Abends geboren war. Farin verkündete noch, dass er, Bela und Rod von der Bühne gehen würden, falls sie Gelbchen noch mal beim Sitzen erwischen würden.
Anschließend gab es das übliche Publikum-Band-Spiel vor „Deine Schuld“, bei dem die Band von den Leuten verlangt, bei den folgenden vier Tönen spontan und ekstatisch auszuflippen. Irgendwie finde ich das doof, denn Farin bricht dann jedes Mal nach den ersten vier Tönen ab, um noch mehr spontane und ehrliche Begeisterung zu verlangen. Und wenn er dann endlich wirklich mit dem Song beginnt, macht keiner mehr mit, weil sich schon vorher alle die Lunge aus dem Hals geschrieen haben. Ja, ich muss auch mal meckern, obwohl DÄ eigentlich eine meiner Lieblingsbands sind *g*. Das Lied an sich war dann aber natürlich wieder toootal toll =). Nur diese Ansage, die sollten sie noch mal überarbeiten, das haben die mir schon zu oft so gemacht *g*.
Nun gab es einen Bühnenwechsel und schon stand der Rod vor uns =). Zuerst wurde „Vermissen, Baby“ gespielt, anschließend „Breit“. Vor „1/2 Lovesong“ sollten Handys, Feuerzeuge und natürlich auch Bengalische Feuer rausgeholt werden. Als die Halle überall kleine Sternchen hatte, wurde noch kontrolliert, ob auch Gelbchen ein Feuerzeug in der Hand hatte. Rod widmete ihm und uns das Lied und los ging es. Jedes Mal wieder toll der Song, echt. Was ich diese Tour besonders klasse finde, ist die Stelle bei „vermiss auch die Geigen, vermiss dich zu küssen“, wenn die Gitarre aussetzt. Das gibt dem Song noch mal so etwas besonderes, finde ich. Hach, schöööön =). Bei dem Lied kann man auch die schönsten Fotos machen, weil das Licht so super ist.

Anschließend „walkten“ Farin und Rod wieder auf ihre eigenen Plätze, nachdem Bela für Rod einen „spontanen, riesenhaften und ehrlich gemeinten“ Applaus gefordert hatte. Als Farin wieder auf seinem Platz stand, nannte er das Publikum „Schlappschwänze und Schlappschwänzinnen“, weil es so leise war *lach*. Davon hatte man aber in der ersten Reihe nichts mitbekommen, da war es immer laut und eng. Bela befahl uns, unsere Uhren zwei Stunden vorzustellen und verabschiedete sich dann, da das Konzert ja schon zu Ende wäre. Das schlaue Publikum fiel nicht darauf ein, weswegen Farin es mit Hypnose probieren wollte. Er befahl uns, auf seinen Arm zu gucken und schwang ihn wie ein Pendel hin und her. Dabei sagte Rod mit monotoner Schlafstimme „Ihr werdet müde, eure Beinchen werden müde.“ Leider wirkte das wohl bei Farin, da dessen Beine halb einknickten und er Rod anbettelte, aufzuhören *lach*. Er gab sich gnädig und forderte vom Publikum hintereinander „Zwei“, „Tausend“, „Mäd“ und „Chen“. Was jetzt wohl kommen würde, war kein großes Geheimnis mehr .
„Lasse redn“ folgte anschließend und somit auch eins meiner Highlights dieses Abends. Dazu muss erklärt werden, dass der Radio Sender HR3 den Bild-Zeitungs-Teil des Liedes raus geschnitten hat und das Lied somit bei HR3 nur in einer gekürzten Version läuft, was sich wohl auf die Zusammenarbeit von HR3 und dem Springer Verlag zurückführen lässt. Als schließlich die bösen Zeilen kamen, sang das Publikum aus vollem Halse mit, während ich ruhig da stand und mir den Finger vor den geschlossenen Mund hielt. Überraschenderweise bemerkte Farin es und grinste groß. Nach dem Lied deutet er ganz kurz mit dem Finger auf mich und lachte. Fand ich ja mal cool, auch wenn es nur eine ganz kleine und unbedeutende Geste gewesen war =).
Danach war Bela mal wieder an der Reihe und setzte sich auf einen Hocker am Bühnenrand, trank einen Wein und sang uns „Der Graf“. Zwischendurch sah ich immer wieder auf die Uhr, da Ginny und ich ja nur begrenzt bleiben konnten und hoffte deswegen, dass sie keine Lieder spielen würden, die ich nicht so toll finde. Nach der Graf spielte Farin ein paar Töne auf seiner Gitarre an und ich dachte erst, es würde „Manchmal haben Frauen“ folgen, was leider auf meiner Liste der ungewollten Lieder war. Aber dann…. Dann spielte er „Nur einen Kuss“…! Oh mein Gott! Es war toll! Ich war total überwältigt und es hörte sich einfach toll an, wie das Publikum mitsang. Toll, toll, toll! Nur Bela und Rod passten mit ihren doofen Gesichtsmasken nicht wirklich in das Ambiente. Aber das habe ich einfach ignoriert *g*.
Von Romantik ging es anschließend schnell zu „Las Vegas“, gefolgt von „Der Optimist“. Hierbei warf Katharina ihren mitgebrachten BH auf die Bühne. Er landete ca. einen Meter neben Farin, woraufhin dieser misstrauisch einen Schritt von ihm weg ging und die Stirn runzelte, dabei aber zu Katharina guckte und grinste.
Vor dem folgenden Lied überlegten Farin und Bela, wie das aktuelle Album noch mal heißen würden und kamen nur auf Titel wie „Funk ist anders“ oder „Jazz ist kein Funk“. Den Titel des folgenden Songs wussten sie dann aber doch noch, er lautete „Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)“ und dabei war wieder Gelbchen-Time. Vorher war Farin das Publikum allerdings wieder zu ruhig und so forderte er erst ein „Ha!“ und dann ein „Haha!“. Er fragte, was das ergeben würde und bekam ein „Hahaha“. Nun wussten wir also, wie man lachte, was ja schon mal eine gute Vorraussetzung für ein „Die Ärzte“ Konzert ist . Jedenfalls sollten wir beim folgenden Song nach „Pflegeleicht!“ jedes Mal „wie Gelbchen!“ rufen und dabei nach hinten auf die Tribüne zeigen. Gelbchen wurde vorher jedoch noch zum beliebtesten Mann Braunschweigs gekürt, woraufhin Farin ihn noch fragte, ob er überhaupt aus Braunschweig kommen würde. Gelbchen verneinte und Farin lachte laut los, wobei Rod vermutete, ob Gelbchen wohl aus Gifhorn kommen würde. Dank unserer Zugfahrt wussten Ginny und ich sogar, dass Gifhorn ein Kaff in der Nähe Braunschweigs war *g*.

Danach war es Zeit, das Niveau wieder zu senken und das geschah mit „Punkbabies“, das Bela kurzerhand in „Funkbabies“ umänderte. Als es zu Ende war, versuchten Ginny und ich uns abzusprechen, wann wir uns rausziehen lassen würden, da die S-Bahn zum Braunschweiger Bahnhof bald fahren würde. Das gelang uns aber nur schreiend und schon begann „Westerland“. Hier wurde es Zeit für uns und gegen Ende des Liedes rief ich den Security vor uns zu mir. Der wusste bereits, dass wir zum Zug mussten und so wurde ich zuerst rausgezogen. Bei allen anderen hatte das bis jetzt immer sehr holperig ausgesehen, weswegen ich echt froh war, dass ich da ziemlich „elegant“ rauskam. Ich hielt mich an dem Typ fest und wurde einfach gerade hochgehoben, sodass ich plötzlich direkt auf Augenhöhe mit Farin war. Er sah mich an und riss dabei die Augen so auf, als wolle er „Uiuiui, was wird das denn?“ sagen *lach*. Ich lachte und stand wenig später auf meinen eigenen Beinen, ein paar Momente später war auch Ginny im Graben. Ich warf noch mal schnell einen Blick auf die Bühne, da ich jetzt direkt vor Farin im Graben stand, aber die Sicht aus dieser Perspektive war irgendwie seltsam, weil er dann so riesig aussah . Ginny und ich verließen zackig den Graben (wobei, ich verließ den Graben eher tanzend *g*). An der Seite des Publikums schlängelten wir uns nach hinten durch, aber da gerade das fantastische „Ignorama“ lief, blieben wir noch stehen und schauten von hinten bei dem Song zu. Die Sicht war auch mal interessant, ich hab mich einfach auf eine Stufe der Tribünen gestellt und konnte so über das Publikum hinweg gucken. Aber ich bevorzuge es dann doch, etwas weiter vorne zu stehen . Anschließend spielen DÄ „Wie es geht“, wobei wir die Halle dann verließen. Ginny holte sich noch mal etwas zu trinken und ich bediente mich am Leitungswasser aus den Waschbecken im Damenklo *g*.

Super gut gelaunt gingen wir zu der S-Bahn-Station. Es war einfach so toll gewesen, wir hatten gar keine Zeit, traurig über unseren frühen Abgang zu sein. Wir hatten noch eine relativ lange Fahrt vor uns, die wir aber sehr gut überstanden. Nach einmal umsteigen gelangten wir an den Hauptbahnhof und wurden im Zug von einem Typ mit Gitarre in der Hand mit den Worten „Ich hasse Ärzte Fans“ begrüßt. Wir schauten nur verwundert und setzten uns ein paar Plätze weiter hin. Plötzlich hörten wir nur, wie der Kerl einen Ärzte Song nach dem anderen raushaute *g*. Na ja, es sollte uns nicht stören . Auf der Fahrt entdeckte ich dann ein riesiges Loch in meinem Städte-T-Shirt und erschreckte mich ziemlich. Allerdings war es mir eh viel zu groß und so ließ ich es ein paar Tage später einfach kürzen, womit das Problem beseitigt war =). Gegen Mitternacht kamen wir in Hannover an, wo wir knapp eine Stunde Aufenthalt hatten. Der hannoveraner Bahnhof war jedoch recht groß und es waren auch noch ziemlich viele Leute dort unterwegs, sodass wir überhaupt keine Langeweile hatten. Stattdessen gingen wir spazieren, entdeckten Riesenschlangen im Boden, besuchten Pizza Hut und relaxten im McCafé. Gut, dass da ein Jugendlicher vor dem McDonald’s stand und in den Mülleimer kotzte, war nicht so schön, aber somit hatten wir wenigstens ein bisschen Action *lach*. Um Ein Uhr ging es dann weiter bis nach Hameln, wo wir von Ginnys Eltern abgeholt wurden, die uns nach Hause brachten. Wann wir dann im Bett waren, weiß ich schon gar nicht mehr, auf jeden Fall schliefen wir am nächsten Tag schön aus und waren auch schnell wieder fit.
Also kann ich sagen, dass es ein absolut grandioses Konzert gewesen war! Wir sind unerwartet in die erste Reihe gekommen und hatten einfach so viel Spaß dort, dass es uns nicht mehr wirklich kratzte, dass wir nicht bis zum Ende konnten. Zwischenzeitlich war das Publikum wohl etwas lahm, aber davon haben wir nichts mitbekommen, da die drei Herren auf der Bühne mit ihrer guten Laune alles übertönten.
Und drei Tage später waren wir ja bei dem DÄ Konzert in Bielefeld, wo wir nicht früher raus mussten *g*.





....... und ich hab endlich „Nur einen Kuss“ live gesehen. Strike! :D


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