reflections

20.05.2006 – „Serengeti Festival“ in Schloss Holte Stukenbrock

Okay, wo soll ich anfangen... Ich hatte vor einigen Monaten auf www.konticket.de gelesen, dass im Mai ein Rockfestival in Stukenbrock stattfinden sollte. Ich überlegte, dort hinzugehen, aber dann kam die Sache mit der Campus Invasion und ich dachte mir, dass ich wahrscheinlich nicht zum sogenannten „Serengeti Festival“ wollte. Natürlich kam wie immer alles anders und deswegen fuhr ich am Mittag des 20. Mais nach Schloss Holte zum Bahnhof, um dort Ginny abzuholen. Es regnete und ich hatte echt keine Ahnung, wie das so werden sollte, dieses Open Air. Bei dem Scheißwetter.
Wir begrüßten uns und es ging weiter, sodass wir gegen zehn nach eins am Schwimmbad standen, wo das ganze stattfinden sollte. Dort konnten wir uns Gott sei Dank unterstellen und Ginny erzählte mir sofort von ihren netten Bekanntschaften, die sie während der Fahrt gemacht hatte *g*. War echt lustig. Zug fahren ist immer abenteuerlich, hab ich so das Gefühl.
Während wir so dort standen, quatschten wir mit zwei Mädels aus Bielefeld, die ebenfalls wie viele andere auf den Einlass warteten, der ziemlich auf sich warten ließ.
Im Internet stand folgendes:

13:00 Uhr – Einlass
13:20 Uhr – Yell of Rage [D]
14:00 Uhr – Skunk’s Flavour [D]
14:40 Uhr – Krieger [D]
15:25 Uhr – Lychee Lassi feat. DJ Illvibe (Seeed) [D]
16:10 Uhr – Boozed [D]
17:00 Uhr – Nneka [D]
17:50 Uhr – Waterdown [D]
18:45 Uhr – Kid Alex [D]
19:45 Uhr – Sugarplum Fairy [S]
20:45 Uhr – Dog Eat Dog [USA]
21:55 Uhr – Tito & Tarantula [USA]
23:00 Uhr – H-Blockx [D]

Dass dieser Plan nicht mehr stimmte, wurde ziemlich schnell klar. Wir standen also immer noch dort und warteten, als ein Tourbus einfuhr. Ich schätze mal, das war der von „Sugarplum Fairy“, da auf der Rückseite fett „Sweden“ geschrieben stand und von daher würde das ja passen. Als wir endlich auf den Platz durften, musste es gegen zwei Uhr gewesen sein. „Yell of Rage“ hatten wir dadurch verpasst. Ich frage mich, warum die gespielt haben, obwohl noch fast niemand da war. Na ja, egal. Dafür hatten Ginny und ich einen Platz in der ersten Reihe rechts, von dem wir einigermaßen ganz gut sehen konnten, bis auf dass die Boxen teilweise die Sicht versperrten. Neben uns stand ein Kerl, mit dem ich mich ein bisschen unterhielt, bis „Skunk’s Flavour“ auftraten. Ginnys erster Kommentar dazu war „Ey, der Sänger da, der stand eben hinter uns“. Wie sich herausstellten, lief der die ganze Zeit auf dem Gelände rum. Der Auftritt war gut und die Musik erinnerte mich ein bisschen an „Bullet for my Valentine“. Natürlich hatte sich alles verschoben und die Bands traten später auf, als geplant. Außerdem war das Wetter richtig schlecht, sodass ich sehr froh war, einen Regenschirm dabei zu haben, unter den wir uns dann auch stellten. Es traten „Krieger“ auf, bei denen ich an „Oomph!“ denken musste. Ich fand das nicht so pralle, es war ganz in Ordnung. Dennoch hatten wir beide nun Hunger und mussten aufs Klo. Die Dixitoiletten waren der reinste Horror, aber was will man machen? Auf dem Weg zu einer Fressbude trafen wir noch Fabian und Timon und anschließend holte ich uns eine Portion Pommes, die wir uns teilten. Nach unserem kleinen Snack wollten wir uns noch was zu trinken kaufen, aber das war an dem Stand, an dem wir guckten, echt zu teuer. Deswegen ging es wieder vor die Bühne, wo noch immer der Kerl stand, mit dem ich mich zuvor unterhalten hatte. Der Auftritt von „Krieger“ war zu Ende und es wurde gerade für „Lychee Lassi feat. DJ Illvibe (Seeed)” aufgebaut, als sinflutartiger Regen über uns herein brach, natürlich schön mit Gewitter. Was wäre ein Open Air denn ohne Scheißwetter? Das war beim „Open Flair“ ja auch so. Wir liefen schnell zu der Fressbude zurück und mussten uns neben irgendwelche Kerle unter die kleine Plane quetschen, damit wir es trocken hatten (na ja.. irgendwann kam von hinten plötzlich ein Regenwelle, sodass unsere Hosen von oben bis unten nass waren). Sehr viele Leute gingen einfach. Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Diese Weicheier! Das riefen wir ihnen auch hinterher. Da hauen die gleich ab. Irgendwann hörte es auch mal auf zu regnen und wir vertraten uns ein bisschen die Füße. Wir waren nun schon eine Zeit lang auf den Beinen und langsam machten sie sich auch bemerkbar. Aber es hielt sich noch in Grenzen. Ich holte mir was zu essen (ja sorry, von ner halben Portion Pommes werd ich nun mal nicht satt -.-) und wir riefen bei meinem Vater an. Er ließ sich leider nicht dazu überreden, uns später abzuholen und ich hatte ernsthafte Bedenken, ob wir die tollen „H-Blockx“ überhaupt noch sehen würden. Es hatte sich alles ziemlich verschoben und den Zeitplan konnten wir eh knicken. Auf dem Weg zurück zur Bühne kam einer der Veranstalter auf die Bühne. Er meinte, dass es gleich weiter im Programm gehen würde und die Bands „Boozed“ und „Waterdown“ leider ausfielen, da der Zeitplan sonst gar nicht mehr hin hauen würden, sprich „H-Blockx“ um 2:30 Uhr am Morgen oder so. Deswegen verstand ich es auch, dass es für die oben genannten Bands leider nicht klappte. Aber es wäre doch ein toller Tag, oder? So fragte der Kerl auf der Bühne uns zumindest. Ich wollte ihm irgendwie antworten, aber zum Sprechen war ich natürlich zu weit weg. Aus diesem Grund sprang ich in die Höhe und jubelte einmal. Der Kerl sah mich und zeigte auf mich: „Na, da freut sich doch jemand mit mir!“ *g* Anschließend fragte er noch, ob jemand eine Hose für ihn hätte, da seine total nass wäre. Es hatte aber anscheinend niemand eine Hose, denn wir sahen ihn wenige Minuten später in Boxershorts bei ein paar Leuten stehen. Den ganzen Abend lang lief er dann so rum.
Ginny und ich machten uns auf den Weg zur Bühne und stellten uns in die erste Reihe, links neben der Mitte, von wo aus wir eine richtig klasse Sicht hatten. Es wurde später und später, bevor es endlich wieder Musik gab, in Form von „Nneka“. Es war mehr so Chill-Mukke, etwas, was ich mir privat wahrscheinlich eher nicht anhören würde, dennoch war die Stimmung echt gut. Die Leute auf der Bühne schienen Spaß zu haben, am besten war der Drummer . Hat der Sängerin immer zugezwinkert, wenn sie sich mal umdrehte. Es waren vielleicht gerade 2/3 der Lieder gespielt worden, als es wieder zu regnen begann und man von der Bühne schon Worte wie „Abbruch?“ hört. Nein, nichts da Abbruch, macht weiter! Das taten sie auch und ich war ziemlich überrascht, wie gut mir das gefiel.
Vor der nächsten Band, „Kid Alex“, redete ich ein bisschen mit dem Mädel neben mir, das sich als sehr nett herausstellte. „Kid Alex“ haben mir sehr gut gefallen, allerdings kam gegen Ende des Sets ein besoffener Kerl zu uns. Er stellte sich zwischen Ginny und mich, legte seine Arme um unsere Schultern und jubelte am lautesten von allen. Der war so stulle, das war echt eklig. Ich wusste natürlich auch nicht, wie ich den los werden sollte. „Kid Alex“ gingen irgendwann, leider nicht der besoffene Kerl. Es begann zu regnen und er fragte, ob er mit unter unsere Schirm könnte. Ich hab nur gegrummelt und ihn dann mit drunter gelassen. Er hat versucht, mit uns in Kontakt zu treten, aber das Gelalle war sehr undeutlich. Das Beste war natürlich, dass er sich immer sehr stark zu mir beugte, wenn er mit mir sprach und so eine sehr starke Fahne in meine Richtung flatterte! *würg* Als ich meinen Regenschirm wieder einstecken wollte (es war wieder trocken), packte ich ihn wie zuvor auch in eine Extratüte, damit meine Tasche von innen nicht nass wurde. Da fing der plötzlich an „Das ist meine Tüte, das weißt du doch, gib sie mir, das ist meine Marktkauftüte...“ Was ich dachte?
„Junge! Erstens steht da fett GALERIA KAUFHOF drauf und zweitens ist das MEINE Tüte, klar?“ Das hab ich ihm gesagt, was er aber nicht checkte. Daraufhin wurde ich unfreundlicher und schnauzte ihn mit „Verpiss dich!“ an, weil er mir echt tierisch auf den Keks ging. Fragt der mich auch noch, ob ich Freunde habe, die was zum Kiffen besorgen könnten. Seh ich etwa so aus? Warum werde ich andauernd auf was zum Rauchen angesprochen? Das ist echt nicht mehr normal. Schließlich meinte Mr.Ichsaufmirheuteeinen, er würde jetzt auf’s Klo gehen und in zehn Minuten wieder kommen. Als er weg war, kamen Ginny und mir nur Sprüche wie „Hoffentlich verreckt er auf dem Weg“ oder „Vielleicht ertrinkt er ja in einer Pfütze“ über die Lippen. Gut, er kam nach zehn Minuten nicht wieder, eher gesagt den ganzen Abend lang nicht mehr. Hoffentlich steht morgen keine große Schlagzeile in der Zeitung.
Zeit für die nächste Band. Ich meinte vorher schon zu Ginny, dass ich doch mal bitte wieder ein „Augen-Schmankerl“ haben wollte. Davon gab es bis jetzt nämlich leider nicht gerade viele. Die nächste Band war „Sugarplum Fairy“ und als die Jungs auf die Bühne kamen, war ich sofort sehr begeistert. In meinen Augen sahen sehr... nett aus! In Ginnys jetzt nicht soooo... Man merkte jedoch sogleich, dass ich nicht die einzige war, da ich unwillkürlich an „Tokio Hotel“ denken musste. Halleluja, da wurde auch nicht schlecht gejubelt. Das Mädel neben mir sprang rum wie ein Flummi, sie fand den Sänger namens Victor total toll. Ich fand den auch nicht hässlich und so riefen wir mehrmals gleichzeitig nach ihm. Sie als Super-Fan, ich eigentlich nur, um mir einen Spaß zu machen. Leider hat Victor nicht einmal darauf reagiert. Dennoch sah er sehr gut aus. Und die Musik war klasse, eine der besten Bands des Tages, absolut. Die waren extra aus Schweden angefahren, wie uns gesagt wurde. Die Fotografen schossen sich die Finger wund und einer, den ich sehr toll fand, stellte sich vor mich und machte ein Foto von mir. Ich gab mir natürlich Mühe, möglichst normal auszusehen, was ziemlich schwierig war, da Ginny mir in die Seite stach^^. „Sugarplum Fairy“ verließen unter großem Jubel die Bühne und „Dog Eat Dog“ traten auf. Wir waren wieder einigermaßen in der Zeit (vielleicht eine halbe Stunde Verzögerung), da „Boozed“ und „Waterdown“ ja aus Zeitmangel aufgefallen waren. Ich finde jedoch, dass doch besser „Dog Eat Dog“ aus den USA hätten ausfallen sollen. Die waren ja so was von scheiße! Die Musik an sich war ja noch ganz gut, nur dieses Rappen dazu, das ging gar nicht. Allerdings fanden ziemlich viele Leute die total toll und sogar ein Video wurde gedreht. Das muss ausgesehen haben, überall diese jubelnden Fans und da, in der ersten Reihe, Ginny und Nina mit total ausdruckslosen Gesichtern. Das Video möchte ich mir mal gerne angucken . Auf unseren Plätzen war es sehr eng und wir konnten uns Gott sei Dank an der Absperrung festhalten und vor allem abstützen. Die Securitys standen in einem Abstand von vielleicht 90 Zentimetern da und haben aufgepasst, dass auch keiner untergeht. Hinter uns stand ein Mädel, das damit so gar nicht einverstanden war, weil sie keine gute Sicht mehr hatte. Ich kann das ja verstehen, aber es geht nun mal nicht anders. Sie legte sich gleich mit einem Security an, der dann wild schimpfte, mit Rausschmiss drohte und gestikulierte. Na super, wer kriegt das alles ab? Ich natürlich. Der hat mir voll eine gescheuert . Nach einiger Zeit gab das Mädel sich geschlagen. Ich hatte mir meine Kapuze übergezogen, um die Lautstärke ein bisschen zu reduzieren, als sie mich plötzlich fragte „Hältst du dir die Ohren zu?“ Ich verneinte, was sie mir natürlich nicht glaubte. „Magst du das nicht? Aber das ist doch geil!“ „Ich find das halt nicht so toll, kann ich auch nichts für“, konnte ich nur sagen, bzw. schreien. Irgendwie waren wir ja schon unfair, das wir da so gute Plätze hatten und sogar genau zwischen den Securitys hindurchgucken konnten, obwohl wir das total bescheuert fanden. Ich überlegte kurz, ob ich das Mädel an meinen Platz lassen sollte, aber dann dachte ich mir auch „Nö! Hat sie doch selbst Pech, wenn sie sich nicht früh genug einen Platz sichert!“. Nach einer viel zu langen Zeit war der Auftritt zu Ende. Doch dann kam der Sänger runter und gab den Leuten in den ersten Reihen die Hand. Ich klatschte nur, als er direkt vor mir stand und mich ansah. Na gut, hab ich ihm doch die Hand gegeben. Da war er zufrieden und machte weiter.
Es war ziemlich cool, dass die Leute der Bands und auch alle anderen mit Backstagepässen immer an uns vorbei mussten, wenn sie hinter die Bühne wollten. So kam es auch, dass der Bruder des Sängers von „Sugarplum Fairy“ (der auch in der Band ist, Gitarrist glaub ich) an uns vorbei ging. Das Fanmädel und ich riefen ihm hinterher, doch entweder hatte er uns nicht gehört oder er ignorierte uns. Nachher kam er nochmals an uns vorbei und wir rufen ihm wieder nach. Da drehte er sich um und lächelte uns total süß zu.
Die vorletzte Band war „Tito & Tarantula“ aus den USA, die richtig geilen Blues Rock machten. Das war der Hammer, wirklich klasse. Der Sänger sah so aus, als würde er die Musik sozusagen leben, das hat man total gemerkt. Wie der da stand, geschlossene Augen, ein Grinsen auf den Lippen und durch den Wind zerzauste Haare und Bart, ein cooler Anblick. Da hat es wirklich gepasst, dass es so windig war. Eine Motte hatte sich auf die Bühne verflogen und flatterte im Licht und im Wind hin und her, nahm immer die Farbe an, die gerade aus den Strahlern kam. Hat gepasst wie die Faust auf’s Auge. Zwei Leute von „Skunk’s Flavour“ standen vor uns im Graben, unter anderem auch der Sänger, und sahen sich die Band an. Wir tippten sie an und drückten einem von ihnen Ginnys Fotoapparat in die Hand, damit er ein Bild von uns machen konnte. Ein paar Augenblicke später drehte sich der Kerl aus der Band noch mal zu mir um und fragte mich brüllend, ob ich ne Kippe hätte. Ist doch klar, fragt ruhig mich danach, ich werde ja fast nie auf was zum Rauchen angesprochen.
Gegen Ende des Sets stellte der Sänger von „Tito & Tarantula“ sich vor uns auf die Bühne und fragte „Do you wanna dance? Oh no, you’re too far away“. Dann zeigte er auf ein Mädel neben uns, das auf die Bühne geholt wurde. Mit ihr noch das Sugarplum-Fan-Mädchen und zwei weitere Leute. Sie stellten sich an den Rand der Bühne und begannen, sich zu der Musik zu bewegen, das sah so geil aus, die hatten richtig Spaß. Nach dem letzten Lied gaben sie alle dem Sänger die Hand und wurden wieder ins Publikum gebracht. Hach, ich wär auch gerne da oben gewesen. Das muss so toll aussehen, die ganzen Leute.
Es wurde umgebaut, für den Headliner sozusagen, die „H-Blockx“. Ich hatte mich schon die ganze Zeit auf sie gefreut, immerhin war das die einzige Band, bei der ich mitsingen konnte. Es war halb zwölf, als es auf der Bühne dunkel wurde. Ich war einigermaßen erleichtert, so konnten wir uns wenigstens die Hälfte des Auftritts angucken, denn um zwölf Uhr mussten wir weg.
Diese Lightshow... ich hatte echt ne Gänsehaut. Es war dunkel, Gitarrist, Bassist und Schlagzeuger kamen auf die Bühne. Man sah im Nebel nur ihre Silhouetten und ein paar Lichtstrahlen drehten ihre Runden über die Bühne. Dann wurde es erstens hell und zweitens vor allem: laut!! Wow! Ich hab total gejubelt und als der Sänger auch noch auf die Bühne kam, konnte es los gehen. Das ist immer wieder ein Erlebnis wert, dieser Adrenalinschuss . Als „Celebrate Youth“ gespielt wurde, jubelte ich noch drei mal so laut und sang so laut mit, wie ich konnte. Das macht immer so was von Spaß, sich da die Lunge aus dem Hals zu schreien und einfach alles rauszulassen. Vor einem Lied (ich weiß leider nicht mehr, welches es war), verlangte Sänger Henning, dass wir alle unsere Handys rausholen und sie hin- und herschwenken sollten, wie Feuerzeuge, damit er die ganzen Leuchtanzeigen sehen konnte. Dann verlangte er von den Lichtleuten Dunkelheit und so sah man nur noch unsere Handyanzeigen. Daraufhin sagte er seine Handynummer und wollte einen Weltrekordversuch starten, die meisten Anrufe in Abwesenheit. Ich hab angerufen, aber es ging eine Frau namens „Brand“ dran. Hat er sich wohl doch nur eine Nummer ausgedacht *g*.
Schließlich wurde „Little Girl“ gespielt, bei dem wir alle den Refrain sangen und total Spaß hatten. Nun war es leider zwölf Uhr. Ginny und ich konnten uns in keine Richtung bewegen, es war einfach zu eng. Heninng wollte in der Zwischenzeit alle leeren Becher auf die Bühne geschmissen bekommen. Das geschah natürlich und von ihm kam der Kommentar: „Hehe, alles mein Pfand“. Nur wir hatten ein Problem. Wie sollten wir da raus kommen? Ich tippte also einen Security an und ließ mich von ihm und seinem Kollegen rausziehen. Was für eine Aktion, da stand ich im Graben, direkt vor den H-Blockx und musste den Leuten irgendwie klar machen, dass sie doch Ginny auch bitte noch rausziehen sollten. Schließlich hatte das auch geklappt und wir verließen den Graben in Richtung Ausgang. Wir mussten zum Schwimmbad zurück, wo mein Vater auf uns wartete. Ich entschuldigte mich dafür, dass es etwas länger gedauert hatte, aber es ging nicht anders. Plötzlich hörte ich noch, wie gerade „Leave me alone“ gespielt wurde und sang erst mal mit . Auf der Rückfahrt quatschte ich Papa total zu, ich hatte doch auch ziemlich viel zu berichten. Ja, das war eine lustige Fahrt. Als wir bei uns zu Hause ankamen, zeigte ich ihm noch die Fotos, die Ginny mit ihrer Digicam gemacht hatte. Schließlich fuhr er nach Hause und Ginny und ich kämpften uns regelrecht den Weg hoch in die Wohnung. Wir waren fast 11 Stunden ununterbrochen auf den Beinen gewesen! Als mir das bewusst wurde, konnte ich es selbst nicht glauben! Auf dem Festival haben wir das beide schon gemerkt, es wird einem halt etwas komisch nach ein paar Stunden. Aber wir sind ja beide heil geblieben, bis auf dass die Beine jetzt am nächsten Tag weh tun. Das war zu geil, als wir die Pommes gegessen haben und mit unseren zittrigen Händen kaum in der Lage waren, die aufzuspießen. Wir haben uns halb kaputt gelacht. Außerdem haben wir in der Zeit ja auch nicht viel getrunken (sie eine Cola und ich einen Tee), sodass wir zu Hause schon Durst hatten. Vor unserer Wohnung schälten wir die Überreste unserer Schuhe von unseren Füßen und gingen rein. Wir haben noch was gegessen und gelabert, bevor ich uns schon um 3 Uhr Bettruhe verordnete. Ich war halt total kaputt.
Um viertel vor zehn wachte ich schon wieder auf (das ist bei mir immer so, nach Konzerten kann ich nicht so gut schlafen) und weckte Ginny unsanft. Als meine Mutter und ich sie am Mittag nach Schloss Holte brachten, wartete meine Mutter noch im Auto auf den Zug, wir jedoch gingen raus. Ich hatte zwei Plakate vom Festival gesehen und eins wollte ich unbedingt haben. Mit aller Gewalt rissen wir sie von dem Laternenpfahl und konnten vor Lachen fast gar nicht mehr, aber wir haben es tatsächlich geschafft. Das Plakat hat jetzt schon einen schönen Platz in meinem Zimmer.
Resultat des Festivals? NASS! VIEL LOS! GEIL!

Kleine Anmerkung: Ich hatte bei Hennings Telefonnummer irgendwie noch eine 7 mit eingemischt, fragt mich nicht, wie ich darauf kam. Auf jeden Fall hab ich ein bisschen rumprobiert und sie einfach mal weggelassen. Als ich drei Tage nach dem Festival noch mal bei dieser Nummer durchklingeln lies, meldete sich ein Mann mit dem Namen „Wehland“. Wehland? Henning Wehland? Jap, die Nummer stimmte tatsächlich .


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