reflections

03.08.2005 – U2 in München


Dies ist ein Bericht über einen Abend, bei dem ich erst dachte, dass er total öde werden würde. Doch dann kam alles anders.

Der dritte August, der letzte Tag in diesem Jahr, den ich bei meiner Tante Nicole in München verbringen würde. Es waren Sommerferien und ich besuchte Nici zusammen mit meiner Mutter Heike und deren Freund Thomas. Diesen Abend wollten wir den Olympiaturm besichtigen. Ich kannte ihn schon von meinem letzten Besuch und hatte da – um ehrlich zu sein – gar keine Lust darauf.
Gegen Abend machten meine Tante, meine Mutter, Thomas und ich uns also auf den Weg. Wir waren zuerst in der Stadt unterwegs, um dann ins OEZ (Olympiazentrum) zu fahren. Dort gab es bei einem Chinaimbiss etwas zu essen (Nudeln ^^), vorher waren wir noch in einem Süßigkeitenladen, indem wir etwas für meine Oma kaufen wollten. Der Laden war ein PARADIES! Und die Preise waren überirdisch hoch *lol*.
Nach dem Essen gingen wir zur Busstation vor „Galeria Kaufhof“ (nicht sehr konkret, ich weiß. Diesen Laden gibt es in München mindestens 20000 Mal), wo wir doch glatte 10 Minuten rumstanden, denn soweit ich mich erinnere, hatten wir den vorherigen Bus verpasst. Schließlich stiegen wir ein. Ich saß neben einer jungen Frau, keine Ahnung, wer das war. Aber ich hatte Glück und erwischte einen Sitzplatz, obwohl es ziemlich voll war. Nach einiger Zeit hielt der Bus auf dem Platz vor dem Olympiapark und die ganze Zeit staunte ich, warum es denn so brechend voll war. War hier irgendwas los? Das fragte ich dann auch meine Tante. Sie meinte, hier seien so viele Leute, weil U2 heute ein Konzert im Olympiastadium geben würden! Waaaaaaas?????? Ich war total überfordert, weil ich unbedingt dahin wollte und wir natürlich keine Karten hatten. Sowas kann man mir nicht sagen! Dass direkt in der Nähe ein Rockkonzert stattfindet und ich nicht hin kann! Nun wollte ich sie zumindest aus Entfernung sehen und hören. Ich hakte nach: „Kann man vom Turm ins Stadion reingucken? Bestimmt nicht, oder?“ Aber man konnte es!
Auf dem Turm angelangt lief ich sofort an die Stelle, an der man direkt reinschauen konnte. Das Stadion war riesig und auch schon einigermaßen voll (der Einlass war schon seit 15:00 Uhr geöffnet, das heißt eine lange Wartezeit, da das Konzert erst um 20:00 Uhr beginnen sollte).
Irgendwie fuhren wir nicht mehr weg. Meine Mutter und Nici saßen die ganze Zeit auf einem Sofa und aßen die Süßigkeiten auf, die für meine Oma gedacht waren und Thomas schaute auf den Park, machte Fotos. Ich stand währenddessen – wie gesagt – die ganze Zeit lang am Fenster, meine Nase schmerzte zwar nicht, aber sie war wohl schon ziemlich angematscht. Zwischendurch konnte sie sich etwas erholen, wenn ich hoch ging und mir das ganze von dem Freigelände aus ansah (ich weiß jetzt gar nicht, wie das heißt, auf jeden Fall ist es die höchste Etage und da gibt’s kein Dach mehr). Die Musik der Vorgruppe schallte zu uns rüber und die ganze Zeit fragte ich mich, wer das sein könnte. Irgendwann betrachtete ich etwas länger die Leinwand am rechten Rand des Stadions, als dort die Bassdrum des Schlagzeugers gezeigt wurde. Auf ihr Stand der Schriftzug „KEANE“, was mich sehr freute.
Weil es da oben ziemlich kalt war, ging ich runter. Währenddessen merkte ich nicht, dass es um mich herum immer leerer wurde. Keane waren schon längst weg und im Stadion gingen plötzlich die Scheinwerfer aus! Das sah richtig geil aus, an den großen Leuchten, eine Reihe nach der anderen. Hinter mir hörte ich plötzlich schnelle Laufschritte, da rannten ein Junge und ein Mädchen an mir vorbei. Ich lief ihnen nach, wieder auf das Freigelände. Dort oben war es seltsam still, Spannung lag in der Luft. Doch plötzlich dröhnte eine laute Stimme bis nach oben.
War das Bono???
Das war er!
Da sprach doch tatsächlich der Leadsänger von U2! Und dann begann eines meiner absoluten Lieblingslieder der Band, „Vertigo“... Es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl, da oben in fast 300 Metern Höhe zu stehen und trotzdem von der genialen Atmosphäre da unten wie erschlagen zu werden.
Da begann mein Verhalten mal wieder eine für mich typische Form anzunehmen =D. Ich begann, zu springen, mich zu bewegen, zu jubeln und mitzusingen. Mir war es einfach nur egal, was die anderen vielen Leute da oben über mich denken könnten, ich hatte einfach nur SPAß. Und das zählte. Ein Mann drehte sich zu mir um und sah mir beim Abgehen zu, ich lachte ihn an: „Ich kann nicht anders!“ Und er grinste zurück. Es war arschkalt und regnete auch noch, ich hielt mir meinen Pali über den Kopf (ich hatte ihn erst an diesem Tag aus dem Laden „Mausefalle“ gekauft – gaaaanz liebe Grüße an dich, Angie!!! *g*) und wurde somit nicht komplett nass.
Dennoch gingen wir nach ca. 3 – 4 Liedern wieder runter. Auf dem Weg zum Bus hörten wir sie noch immer, sie spielten gerade ein Lied, welches ich kannte. Der Titel lag mir auf der Zunge, bis er mir einfiel, es war „Beautiful Day“. Ja, das war es, ein wunderschöner Tag.
Im Bus begleitete uns ihre Musik, denn sie war so laut, dass wir sie selbst da hörten. Einfach nur genial.





„It’s a beautiful Day“.....


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